„Die Tote von Niederpöring“

Ab dem 24. Mai 2019 präsentiert das Museum Quintana in Kooperation mit der Kreisarchäologie Deggendorf die neue Vitrinenstation „Befund 561 – Die Tote von Niederpöring“ in der Abteilung zur Jungsteinzeit.

„Befund 561“ – so haben die Ausgräber von der Kreisarchäologie Deggendorf die sensationelle Entdeckung einer Bestattung einer Frau mittleren Alters aus der Jungsteinzeit im Fachjargon zunächst bezeichnet,  die 2015 bei Ausgrabungen in Niederpöring im Landkreis Deggendorf entdeckt wurde. Auf ihrem Kopf trug die „Tote von Niederpöring“ einen prächtigen Kopfschmuck aus einem Stirnband, das ursprünglich mit rund 400 Gehäusen der heute seltenen Donaukahnschnecke verziert war. Derartiger Schmuck ist, in schlichterer Ausführung, nur aus insgesamt sieben anderen jungsteinzeitlichen Gräbern in Süddeutschland bekannt.

Dank der Zusammenarbeit mit der Kreisarchäologie Deggendorf und dem Archäologen und Jungsteinzeitexperten Dr. Joachim Pechtl ist dieser aufsehenerregende Fund nun im Museum Quintana zu sehen. Für die Präsentation wurden die sterblichen Überreste der ca. 7.000 Jahre alten Bestattung, die im Originalzustand in der Vitrine ausgestellt sind, mit modernsten naturwissenschaftlichen Methoden wie DNA- und Strontiumisotopen-Analyse untersucht. Dadurch war es möglich, nicht nur das Geschlecht, sondern darüber hinaus auch das Aussehen sowie die Herkunft der Toten zu bestimmen.  Weitere spannende Forschungsergebnisse werden in anschaulicher und verständlicher Weise in einer Multimediastation mit Touch-Screen präsentiert.

Das Highlight der Präsentation bildet eine Büste der „Toten von Niederpöring“ mit dem rekonstruierten Kopfschmuck. Für die Plastik wurde mittels 3D-Scan ein 1:1-Modell des Originalschädels der Frau angefertigt, das dann als Basis für eine wissenschaftliche Gesichtsrekonstruktion diente, wie man sie aus Kriminalfällen kennt. Die lebensechte Büste zeigt, wie die Niederpöringerin zu Lebzeiten ausgesehen haben könnte.

Die Planung und Umsetzung der Vitrinenstation wurde gefördert vom Landkreis Deggendorf, von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern sowie vom Museumsverein Künzing.