Steinzeit

Mit dem Eintritt in die Jungsteinzeit im 6./5. Jahrtausend vor Christus können wir erstmals Siedlungsspuren unserer Vorfahren in Künzing feststellen: Der Grund dafür ist, dass sich in dieser Zeit die Wirtschaftsform der Menschen grundlegend verändert. Waren sie in den vorhergehenden Jahrtausenden Jäger und Sammler, werden sie nun sesshaft und entwickeln die ersten bäuerlichen Strukturen: Die grundlegende Voraussetzung für die archäologisch fassbaren Hausstrukturen aber auch für die Weiterentwicklung von Hausstand und Gerätschaften ist damit geschaffen.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte im Künzinger Ortsteil Unternberg unter Einbindung internationaler Experten von Universitäten und Denkmalämtern (München, Tübingen, Heidelberg, Wien, Brünn, Bratislava, Budapest) eine eindrucksvolle mittelneolithische Kreisgrabenanlage ausgegraben werden. Aus der dazu gehörigen Siedlung wurden große Mengen von Fundmaterial geborgen, darunter 30.000 Scherben und 20.000 Knochen. Das gigantische Erdwerk, für dessen Erstellung 12.000 Kubikmeter Erde bewegt werden mussten, zeugt von einer erstaunlichen organisatorischen Leistungsfähigkeit der Menschen, die im 5. Jahrtausend vor Christus in Künzing siedelten. Archäologische Indizien lassen vermuten, dass es sich bei der ganzen Anlage um einen riesigen Kultplatz handelte, die damals verehrten Gottheiten jedoch bleiben uns bis heute unbekannt.