Spätantike u. Frühmittelalter

Nur wenige, dafür aber umso bedeutendere Funde zeugen von der Geschichte Künzings nach der Zerstörung des mittelkaiserzeitlichen Kastells in der Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus. Sie belegen die ununterbrochene Weiterbesiedelung des Ortsgebietes auch in den Wirren der Völkerwanderungszeit.

Von einem spätantiken Kastell und der in der Lebensbeschreibung des heiligen Severin erwähnten kleinen Kirche Künzings wurden bis heute archäologisch keine Reste nachgewiesen. Aus dieser Severinsvita – einem Originaldokument des 5. Jahrhunderts – wissen wir, dass die christianisierte, romanische Bevölkerung sich in der Spätantike in ständiger Unruhe gegen die aus dem Osten einwandernden germanischen Stämme zur Wehr setzen musste. Schließlich führte Severin die Bevölkerung aus den romanischen Kastellen in gesicherte Siedlungen weiter nach Osten und im Ende des 5. Jahrhunderts endgültig nach Italien zurück.

Für das frühe Mittelalter belegen Funde aus einem großen bajuwarischen Gräbefeld Tracht und Ausrüstung der hier im 6. – 8. Jahrhundert ansässigen Bajuwaren.